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Hagemann

Allgemeines

Häufigkeit
4890
Rang
522
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Wohnstätte, siehe Hage 1. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann vor.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Herkunft, siehe Hagen 2. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann sowie eine Lautvariante mit Wegfall von n vor. Siedlungsnamen wie Haag , Hag (siehe Haag 2) sind aus lautlichen Gründen sowie aufgrund der Verbreitung weitgehend auszuschließen.
  2. Benennung nach Rufname, siehe Hagen 3. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann sowie eine Lautvariante mit Wegfall von n vor.
  3. Benennung nach Beruf, siehe Hagen 5. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann sowie eine Lautvariante mit Wegfall von n vor. Diese Deutung kann nur für die wenigen Namenvorkommen im oberdeutschen Raum infrage kommen (laut Brechenmacher wurde der Farrenhalter in Südwestdeutschland als Hagenmann bezeichnet, siehe Brechenmacher 1957-1960, Band 1, Seite 634).

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum Rufnamen Hagemann. Der Rufname basiert auf den Namengliedern althochdeutsch, altsächsisch hag , hagan ‘Einhegung, umfriedeter Ort’ und althochdeutsch, altsächsisch man ‘Mann’. Ob es sich hierbei tatsächlich um einen eigenen, von 3 zu unterscheidenden Rufnamen handelt (so Gottschald 2006, Seite 230) ist fraglich. Förstemann gibt keine entsprechenden Formen an (siehe Förstemann 1966, Spalte 715-720) und Brechenmacher deutet historische Rufnamenbelege wie Hageman (u.a. 1200 im Allgäu belegt) als „Koseform zu dem V[ornamen] Hagen“ (Brechenmacher 1957-1960, Band 1, Seite 632; ebenso Kohlheim/Kohlheim 2005, Seite 302).

Weitgehend auszuschließen

  1. Benennung nach Übername zu neuhochdeutsch Hagemann ‘Mann, Diener, Untertan im Gegensatz zum Hofmann’. Zoder bezieht sich bei dieser Deutung auf das Deutsche Wörterbuch (Zoder 1968, Band 1, Seite 650). Hier heißt es jedoch: „das wort ist als eigenname nicht unhäufig, als appellativum bis jetzt nicht nachgewiesen“ (Deutsches Wörterbuch, letzter Zugriff: 28.07.2020).

Historischer Namenbeleg

Herman Hagheman

Belegjahr
1346
Belegort
Lüneburg
Quellenangabe
Zoder, 1968, Seite 650.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Brechenmacher, Josef Karlmann (1957): Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. Band 1. Limburg an der Lahn. Hier S. 632 und 634.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 715-720.
  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 230.
  • Kohlheim, Rosa/Kohlheim, Volker (2005): Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung [von 20.000 Nachnamen]. 2. Auflage. Mannheim. Hier S. 302.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2012): Deutscher Familiennamenatlas. Band 3: Morphologie der Familiennamen. Berlin und Boston. Hier S. 269 und 282-283.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 1. Hildesheim. Hier S. 650.

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
21.10.2021
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Hagemann, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/523/1 >