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Sommer

Allgemeines

Häufigkeit
19207
Rang
77
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland
Schweiz
Österreich

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch sumer , summer , somer , sommer , mittelniederdeutsch sommer ‘Sommer’. Der Name kann sich auf einen Zinstermin oder eine Arbeitsverpflichtung, aber auch auf das sonnige, fröhliche Gemüt, die bevorzugte Jahreszeit oder den Geburtstermin beziehen. Möglicherweise kann es sich auch um einen Übernamen für den Darsteller des Sommers in Volksspielen handeln (siehe Schwarz 1957, Seite 299).
  2. Benennung nach Wohnstätte zu mittelhochdeutsch sumer , summer , somer , sommer , mittelniederdeutsch sommer ‘Sommer’ für jemanden, der auf der Sonnen- bzw. Südseite siedelt.
  3. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch soumære , sommer , mittelniederdeutsch somer , somere ‘Saumtier, Führer von Saumtieren und Frachtwagen’.
  4. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch sumber , somber , somer , mittelniederdeutsch sommer , sumber , somber ‘Geflecht, Korb, Getreidemaß, Scheffel; Handpauke, Trommel’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Korbflechter, Hersteller von Getreidemaßen oder einen Musikanten.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Sommer (Steiermark).
  2. Benennung nach Übername zu mittelniederdeutsch somer ‘langer, schlanker Pfahl’ für einen hochaufgeschossenen, schmalen oder groben Menschen.

Weitgehend auszuschließen

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum Rufnamen Sumar(nach Bahlow 1985, Seite 488), der allerdings historisch nicht ausreichend belegt ist: „Wintar, Sumar Willehelm, Willihar filii“ (Socin 1966, Seite 208; siehe auch Förstemann 1966, Band 1, Spalte 1368).

Historischer Namenbeleg

Sumar (Rufname)

Belegjahr
858
Belegort
St. Gallen
Quellenangabe
Socin, 1966, Seite 221.

Rodolfus, Johannes et Gereco dicti Somer

Belegjahr
1292
Belegort
Goslar
Quellenangabe
Zoder, 1968, Seite 623.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Österreich

Häufigkeit
2084
Angaben zur Quelle
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Schweiz

Häufigkeit
1905
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2015
Quelle
interaktiv.tagesanzeiger.ch/newsnetz/namenkarte/, letzter Zugriff 23.07.2021.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Bahlow, Hans (1985): Deutsches Namenlexikon. Frankfurt am Main. Hier S. 488.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 1368.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 1028-1047.
  • Schwarz, Ernst (1957): Sudetendeutsche Familiennamen aus vorhussitischer Zeit. Köln und Graz. Hier S. 299.
  • Socin, Adolf (1966): Mittelhochdeutsches Namenbuch. Hildesheim. Hier S. 208 und 221.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 623.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Rita Heuser
Veröffentlichungsdatum
16.01.2023
Zitierhinweis

Heuser, Rita, Sommer, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/77/1 >