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Stöber

Allgemeines

Häufigkeit
1173
Rang
2799
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch stove , stave , stuve , stube , mittelhochdeutsch stube , stobe , stubbe ‘Stube, beheizbarer Raum, Badstube, auch Trinkstube, Zunftstube’. Es handelt sich um ein Derivat mit dem Suffix -er für den Betreiber einer öffentlichen Badestube „wie sie im 16. Jh. in jeder größeren Ortschaft bestand. […] Der Bader war gleichzeitig Barbier, Scherer, Aderlasser, Schröpfer, Wundarzt, vielfach auch Wirt.“ (Linnartz 1958, Band 1, Seite 23).
  2. Benennung nach Wohnstätte zu mittelniederdeutsch stove , stave , stuve , stube , mittelhochdeutsch stube , stobe , stubbe ‘Stube, beheizbarer Raum, Badstube, auch Trinkstube, Zunftstube’. Es handelt sich um ein Derivat mit dem Suffix -er für jemanden, der in der Nähe einer öffentlichen Badestube wohnt.
  3. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch stouben , stöuben (Kausativ zu stieben , stiuben ‘stieben, wie Staub umherfliegen’) ‘Staub aufwirbeln’ als indirekter Berufsname für einen Müller oder Bäcker.
  4. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch stöuber ‘aufstöbernder Jagdhund’ zum Aufspüren und Aufscheuchen kleinerer Tiere als indirekter Berufsname für einen Jäger oder auch im übertragenen Sinn für einen unruhigen, neugierigen Menschen.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Stöben (heute Stebno , Tschechien; Ortsteil Dornburg-Camburg, Kreis Saale-Holzland, Thüringen), Stoben (Ortsteil von Benz, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern), eventuell auch zu Stuben, Stüben (siehe hierzu Stuber 3).

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 24.01.2021.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 741.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2011): Deutscher Familiennamenatlas. Band 2: Graphematik/Phonologie der Familiennamen II: Konsonantismus. Berlin und New York. Hier S. 125-127.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 542-546.
  • Linnartz, Kaspar (1958): Unsere Familiennamen. Bd. 1: Zehntausend Berufsnamen im Abc erklärt. 3., stark vermehrte Auflage. Bonn [u.a.]. Hier S. 23.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Mirjam Schmuck
Veröffentlichungsdatum
15.09.2021
Zitierhinweis

Schmuck, Mirjam, Stöber, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/2799/1 >