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Horak

Allgemeines

Häufigkeit
639
Rang
5524
Sprachvorkommen
tschechisch
slowakisch
obersorbisch
Hauptverbreitung
Tschechische Republik
Slowakei
Deutschland
Österreich

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Wohnstätte zu tschechisch, slowakisch horák , obersorbisch horak , auch ukrainisch горак / horak ‘Gebirgsbewohner, Gebirgler’ (< urslawisch *gora ‘Berg’). Dieser Name steht demnach allgemein für jemanden, der an oder auf einem Berg, einer Erhebung bzw. in einer bergigen Umgebung wohnhaft ist.
  2. Benennung nach Beruf zu tschechisch, slowakisch horák , obersorbisch horak ‘Gebirgsbewohner, Gebirgler’ (zurückgehend auf allgemein slawisch *gor- ‘Berg-’) für jemanden, der in bewaldeten bergigen Gebieten das Handwerk des Forstarbeiters ausführte. Historisch gesehen sind auch Wanderverkäufer von Holzgeräten, Holzwerkzeug und Holzspielzeug gemeint. Nach Simek lässt sich die große Verbreitung dieses Familiennamens wohl insbesondere auf diese Berufsgruppe zurückführen (siehe Simek 1995, Seite 54). Der Familienname Horák ist gemeinsam mit seiner weiblichen Namenform Horáková in Tschechien heute der neunthäufigste Familienname (siehe Moldanová 2015, Seite 11).
  3. Benennung nach Herkunft zu slawischen Siedlungsnamen wie Hora oder Hórka (Lausitz), Černá Hora, Hora Svaté Kateřiny (Tschechien), Trnavá Hora (Slowakei) und weiteren Siedlungsnamen, die sich mit Hora zusammensetzen (siehe Místní jména v Čechách, letzter Zugriff: 30.03.2017.)

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu einer slawischen Rufnamenkurzform zu Vollformen wie Horislav , Horisław oder Hořeslav , deren erstes Namenglied zu tschechisch hořet , slowakisch horiet bzw. obersorbisch horić (< urslawisch *gorěti ‘brennen, glühen’(vergleiche Wenzel 1999, Seite 106) gehört.

Historischer Namenbeleg

Martzin Horackh

Belegjahr
1543
Belegort
Košolná (Slowakei)
Quellenangabe
Majtán, 1991, Seite 429.

Chr. Horragk aus Muskau

Belegjahr
1649
Belegort
Bad Muskau (obersorbisch Mužakow)
Quellenangabe
Wenzel , 1991, Seite 151.

Apollonia Horak

Belegjahr
1828
Belegort
Wadowice Górne, Polen
Quellenangabe
familysearch.org/ark:/61903/1:1:X57T-FZ3, letzter Zugriff: 21.06.2017.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Tschechische Republik

Häufigkeit
12156
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2015
Quelle
www.kdejsme.cz/prijmeni/Hor%C3%A1k/hustota/, letzter Zugriff 13.03.2017.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die Angaben beziehen sich auf die Namenform Horák .

Slowakei

Häufigkeit
654
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
1995
Quelle
slovniky.juls.savba.sk/?w=Horak&s=exact&c=Vb3c&d=priezviska&ie=utf-8&oe=utf-8#, letzter Zugriff 13.03.2017.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die Angaben beziehen sich auf die Namenform Horák .

Ungarn

Häufigkeit
773
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2012
Quelle
Hajdú, Seite 459.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die Angaben beziehen sich auf die Namenform Horák .

Österreich

Häufigkeit
594
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Polen

Häufigkeit
575
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 3918.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die geographische Verteilung im heutigen Polen lässt eine Konzentration der Häufigkeit des Familiennamens Horak in Gebieten des ehemaligen Schlesiens und Pommerns erkennen.

Historische Verbreitung

Die historische Verbreitung ist laut Reichstelefonbuch von 1942 mit 27 Einträgen belegt (siehe Genevolu, letzter Zugriff: 30.03.2017).

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Hajdú, Mihály (2012): Újmagyarkori családneveink tára. XVIII - XXI. század. [Sammlung der ungarischen Familiennamen der Neuzeit: 18.-21. Jh.]. I. adatok [1. Band]. Budapest. Hier S. 459.
  • Hornung, Maria (1989): Lexikon österreichischer Familiennamen. St. Pölten und Wien. Hier S. 74.
  • Majtán, Milan (1991): Historický slovník slovenského jazyka. Band I: A-J. Bratislava. Hier S. 429.
  • Moldanová, Dobrava (2015): Naše příjmení. 4. Auflage. Praha. Hier S. 11 und 67.
  • Neumann, Johann (1972): Tschechische Familiennamen in Wien. Eine namenskundliche Dokumentation. Wien. Hier S. 68.
  • Petr, Jan (Hrsg.) (1834): Slownjk česko-německý Josefa Jungmanna Djl I. A-J. Band 1. Praha. Hier S. 726.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanych w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 3918.
  • Simek, Rudolf/Mikulášek, Stanislav (1995): Kleines Lexikon der tschechischen Familiennamen in Österreich. Wien. Hier S. 54.
  • Wenzel, Walter (1991): Studien zu sorbischen Personennamen. 2/I. Bautzen. Hier S. 151.
  • Wenzel, Walter (1999): Lausitzer Familiennamen slawischen Ursprungs. Bautzen. Hier S. 107.
  • Wenzel, Walter/Menzel, Steffen (2017): Sorbische Personennamen der östlichen Oberlausitz. Nach Quellen des 14. bis 18. Jahrhunderts. Bautzen. Hier S. 53.

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Andrea Scheller
Veröffentlichungsdatum
01.12.2021
Zitierhinweis

Scheller, Andrea, Horak, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/5529/1 >