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Scheider

Allgemeines

Häufigkeit
654
Rang
5391
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch scheidære , scheider ‘Scheider, Entscheider, Vermittler, Schiedsrichter; Scheidenmacher’ bzw. zu mittelhochdeutsch scheiden ‘scheiden, sondern, trennen; entscheiden, beilegen’, mittelniederdeutsch schēden ‘scheiden, trennen; eine streitige Sache schlichten, streitende Personen versöhnen’ für einen Vermittler, einen Schiedsrichter, der Streitigkeiten beilegt, oder für einen Handwerker, der Schwert- und Messerscheiden herstellt. Auch Berufe, bei denen etwas getrennt wird, können hiermit gemeint sein, so etwa der Bergarbeiter, der das Erz vom Gestein schlägt, oder der Arbeiter in der Mühle, der durch Sieben Mehlsorten voneinander trennt. Vergleiche hierzu Ebner 2015, Seite 635.
  2. Benennung nach Wohnstätte, siehe Scheid 1. Es handelt sich um ein Derivat mit dem Suffix -er.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Scheid (mehrfach in Nordrhein-Westfalen, auch in Rheinland-Pfalz), Scheidt (mehrfach in Nordrhein-Westfalen, auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland), Scheiden (Ortsteil der Gemeinde Losheim am See, Landkreis Merzig-Wadern, Saarland; laut Zoder auch im Rheinland, jedoch nicht lokalisierbar). Hier kommen in erster Linie die Siedlungen in Nordrhein-Westfalen infrage. Die von Zoder (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 497) außerdem aufgeführte Siedlung Scheide in Ostpreußen (heute Барвенково , Russland) kann nicht namengebend gewesen sein, da sie nur 1938-1950 diesen Namen trug.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Frankreich

Häufigkeit
86
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 06.10.2021.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 06.10.2021.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 635.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2013): Deutscher Familiennamenatlas. Band 4: Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte. Berlin und Boston. Hier S. 292-293.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 497.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Julia Griebel
Veröffentlichungsdatum
01.12.2021
Zitierhinweis

Griebel, Julia, Scheider, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/5396/1 >