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Lehmeier

Allgemeines

Häufigkeit
655
Rang
5379
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch lēhen ‘geliehenes Gut, Lehn’ und mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch meier , meiger ‘Meier, Oberbauer’ für einen Meier, der ein Lehngut bewirtschaftet. Vergleiche Lehner 1.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch ‘Hügel’ und mittelhochdeutsch meier , meiger ‘Meier, Oberbauer’. Es handelt sich um einen lokalisierten Berufsnamen für einen Meier, dessen Hof sich auf einem Hügel befindet.
  2. Benennung nach Beruf, siehe Lehmann 1. Vor allem in Westfalen und Niedersachsen kam es zu einem Wechsel der Namenzusätze -mann und -meier .
  3. Benennung nach Beruf zum Siedlungsnamen Lehen (sehr häufig in Bayern, auch in Österreich) und zu mittelhochdeutsch meier , meiger ‘Meier, Oberbauer’ für einen Meier, der in einer solchen Siedlung wohnt oder aus dieser stammt. Die von Zoder ebenfalls genannten Siedlungen Lehn (Stadtteil von Obergurig, Sachsen), Lehen (mehrfach in Baden-Württemberg, z.B. Stadtteil von Freiburg im Breisgau), Lehe (mehrfach in Niedersachen, Bremen und Schleswig-Holstein) und Lehde (Sachsen, historisch in Schlesien, jetzt Polen) (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 32) sind aufgrund der Verbreitung des Familiennamens weitgehend auszuschließen.

Weitgehend auszuschließen

  1. Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch le(he) ‘die dem Wind abgewandte Seite’ und mittelniederdeutsch meier , meiger ‘Meier, Oberbauer’. Es handelt sich um einen lokalisierten Berufsnamen für einen Meier, der an einem vom Wind geschützten Ort wohnt. Da dieser Begriff ausschließlich Verwendung in der Schifffahrt findet (siehe Deutsches Wörterbuch, letzter Zugriff: 08.12.2020), ist diese Deutung (siehe Kohlheim/Kohlheim 2005, Seite 420) weitgehend auszuschließen.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Kohlheim, Rosa/Kohlheim, Volker (2005): Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung [von 20.000 Nachnamen]. 2. Auflage. Mannheim. Hier S. 420.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2009): Deutscher Familiennamenatlas. Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus. Berlin. Hier S. 468-470.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 32.

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Julia Griebel
Veröffentlichungsdatum
17.01.2022
Zitierhinweis

Griebel, Julia, Lehmeier, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/5389/1 >