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Dargel

Allgemeines

Häufigkeit
664
Rang
5302
Sprachvorkommen
altpreußisch
polabisch
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu einer altpreußischen Rufnamenkurzform mit dem Rufnamenglied darg- (< altpreußisch *darga- , vergleiche lettisch dargs ‘teuer’) zu Vollformen wie Dargebuth und Wissedarg. Es handelt sich um eine Bildung mit dem altpreußischen Diminutivsuffix -ilo, das im Familiennamen in eingedeutschter Form vorliegt.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname zum slawischen (polabischen) Rufnamen Dargol (vgl. auch polnisch Drogoł ) (< urslawisch *dorgъ ‘lieb, teuer’) (siehe Kohlheim/, Kohlheim 2005, Seite 179). Es handelt sich um eine Bildung mit dem Suffix -ol. Der Familienname liegt in eingedeutschter Form vor.
  2. Benennung nach Rufname, siehe Dargelis 2. Es handelt sich um eine Variante, bei der im Zuge der Eindeutschung die Flexionsendung -is getilgt wurde.
  3. Benennung nach Übername, siehe Dargelis 3. Es handelt sich um eine Variante, bei der im Zuge der Eindeutschung die Flexionsendung -is getilgt wurde.
  4. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Dargelin, Dargelütz in Mecklenburg-Vorpommern (siehe Kohlheim/, Kohlheim 2005, Seite 179).

Historischer Namenbeleg

Dargel (Rufname)

Belegjahr
1419
Belegort
Natangen (Preußen)
Quellenangabe
Trautmann, 1925, Seite 23.

Jürgen Hinrich Dargel

Belegjahr
1730
Belegort
Bokel (heute Ortsteil von Sprakensehl, Landkreis Gifhorn)
Quellenangabe
www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=NLF&ID=I62693&nachname=Dargel&lang=de, letzter Zugriff: 12.03.2019.

Endrig Dargel

Belegjahr
1736
Belegort
Pogegen (Kreis Tilsit, Ostpreußen)
Quellenangabe
Kenkel, 1972, Seite 118.

Anton Dargel

Belegjahr
1795
Belegort
Settau (Kreis Heilsberg)
Quellenangabe
gedbas.genealogy.net/person/show/1138224629, letzter Zugriff: 12.03.2019.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Polen

Häufigkeit
28
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 1888.

Polen

Häufigkeit
154
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 1888.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die Angaben beziehen sich auf die Namenform Dargiel .

Historische Verbreitung

Vor 1900 war der Familienname Dargel vornehmlich in Ostpreußen, in den Kreisen Heilsberg, Mohrungen und Allenstein, d.h. im historisch altpreußischen Sprachgebiet verbreitet (Namenverbreitungskarte, letzter Zugriff: 03.06.2019).

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Kenkel, Horst (1972): Amtsbauern und Kölmer im nördlichen Ostpreußen um 1736. Hamburg. Hier S. 118.
  • Kohlheim, Rosa/Kohlheim, Volker (2005): Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung [von 20.000 Nachnamen]. 2. Auflage. Mannheim. Hier S. 179.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanych w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 1888.
  • Trautmann, Reinhold (1925): Die altpreußischen Personennamen. Ein Beitrag zur baltischen Philologie. Göttingen. Hier S. 23 und 135.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Christiane Schiller
Veröffentlichungsdatum
21.10.2021
Zitierhinweis

Schiller, Christiane, Dargel, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/5308/1 >