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Kot

Allgemeines

Häufigkeit
76
Rang
46200
Sprachvorkommen
deutsch
polnisch
tschechisch
russisch
türkisch
Hauptverbreitung
Deutschland
Polen
Tschechische Republik
Russland
Ukraine
Türkei

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Wohnstätte, siehe Kott 1. Es handelt sich um eine Laut- bzw. Schreibvariante.
  2. Benennung nach Übername zu polnisch, tschechisch kot ‘Katze, Kater’, niedersorbisch kót ‘Kater’ bzw. russisch kót ‘Kater’ (< urslawisch kotъ ‘Katze, Kater’) für jemanden, der in seinem Verhalten an eine Katze oder einen Kater erinnert. Mit seinem katzenartigen Gang kann er sowohl für Eleganz und Flinkheit des Namenträgers stehen, als auch dem sanften Wesen einer Katze mit ihrer dennoch starken Individualität und ihrem großem Freiheitswillen entsprechen. Der Familienname kann ebenfalls durch Zuzug aus weiteren slawischsprachigen Ländern nach Deutschland gelangt sein, da er auf einer urslawischen Wurzel beruht und auch als jüdischer Familienname belegt ist (siehe Guggenheimer/Guggenheimer 1996, Seite 251,Beider 1993, Seite 333).

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufnamenmuster zu türkisch *kot ‘Erhabenheit, Würde’. Die Benennung erfolgte nach dem Muster alter türkische Rufnamen, die oft Eigenschaften ausdrückten, die man den Namenträgern wünschte. Ein Namenratgeber aus der Zeit der Einführung von Familiennamen in der Türkei führt kot als Wort auf, das zuvor in der Tarama Dergisi veröffentlicht worden war (siehe Atalay 1935, Seite 153). Diese Zeitschrift war im Zuge der türkischen Sprachreform entstanden und hatte zum Ziel, vor allem arabische und persische Lehnwörter durch genuin turksprachige zu ersetzen. Zu diesem Zweck wurden dort Wörter aus anderen Turksprachen sowie aus alten türkischen Quellen zur Verwendung im Türkischen vorgeschlagen. Kot in dieser Bedeutung wurde so in den türkischen Familiennamenschatz aufgenommen, konnte sich im nicht-onymischen Wortschatz aber gegenüber dem arabischstämmigen izzet , das als Entsprechung angegeben ist, nicht durchsetzen.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zur slawischen Rufnamenkurz- und Koseform Kot zu Vollformen mit dem Namenerstglied *Chot- , das zu altslawisch *chotĕti ‘wollen’ gehört. Diese Ableitung aus einem alten slawischen Rufnamen scheint aber aufgrund der geographischen Verteilung sowie anderer Anlautreflexe in rezenten Namenbelegen wenig wahrscheinlich (vergleiche Wenzel 1991, Seite 215).

Historischer Namenbeleg

Abraham Kot

Belegjahr
1879
Belegort
Sulyow / Piotrkow (heute: Sulejów–Piotrków Trybunalski, Polen)
Quellenangabe
www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I114574, letzter Zugriff: 02.07.2018.

Nikolaus Kot

Belegjahr
1882
Belegort
Czerteż (heute: Чертіж, Ukraine)
Quellenangabe
des.genealogy.net/search/show/12793016, letzter Zugriff: 02.07.2018.

Anton Kot

Belegjahr
1891
Belegort
Beneschau, Böhmen (heute: Benešov, Tschechien)
Quellenangabe
des.genealogy.net/search/show/14473155, letzter Zugriff: 02.07.2018.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Ukraine

Häufigkeit
6058
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2017
Quelle
ridni.org/karta/%D0%9A%D0%BE%D1%82?type=1, letzter Zugriff 06.06.2018.

Russland

Häufigkeit
39248
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2014
Quelle
forebears.io/surnames/kot, letzter Zugriff 29.09.2018.

Polen

Häufigkeit
22027
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 5471.

Tschechische Republik

Häufigkeit
232
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2016
Quelle
www.kdejsme.cz/prijmeni/Kot/hustota/, letzter Zugriff 14.06.2018.

Türkei

Häufigkeit
787
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2014
Quelle
forebears.io/surnames/kot, letzter Zugriff 27.02.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Atalay, Besim (1935): Türk Büyükleri veya Türk Adları. Istanbul. Hier S. 153.
  • Beider, Alexander (1996): A Dictionary of Jewish Surnames from the Kingdom of Poland. Teaneck. Hier S. 258.
  • Beider, Alexander (1993): A Dictionary of Jewish Surnames from the Russian Empire. Teaneck. Hier S. 333-334.
  • Guggenheimer, Eva/Guggenheimer, Heinrich (1996): Etymologisches Lexikon der jüdischen Familiennamen. München [u.a.]. Hier S. 251.
  • Hanks, Patrick/Coates, Richard/McClure, Peter (2016): The Oxford Dictionary of Family Names in Britain and Ireland. Band 2. Oxford. Hier S. 343.
  • Moldanová, Dobrava (2015): Naše příjmení. 4. Auflage. Praha. Hier S. 92.
  • Mucke, Ernst (Hrsg.) (1984): Abhandlungen und Beiträge zur sorbischen Namenkunde (1881-1929). Köln und Wien. Hier S. 587.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanich w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 5471-5472.
  • Rymut, Kazimierz/Hoffmann, Johannes (Hrsg.) (2006): Lexikon der Familiennamen polnischer Herkunft im Ruhrgebiet. Band 1. Kraków. Hier S. 369.
  • Schlimpert, Gerhard (1978): Slawische Personennamen in mittelalterlichen Quellen zur deutschen Geschichte. Berlin. Hier S. 67.
  • Wenzel, Walter (1991): Studien zu sorbischen Personennamen. 2/I. Bautzen. Hier S. 214-215.

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Stefanie Brandmüller
Andrea Scheller
Mehmet Aydin
Veröffentlichungsdatum
01.04.2021
Zitierhinweis

Brandmüller, Stefanie und Scheller, Andrea und Aydin, Mehmet, Kot, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/46491/1 >