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Lauer

Allgemeines

Häufigkeit
5736
Rang
424
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland
Frankreich

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch lōwer ‘Lohgerber’. Der Lohgerber stellte besonders strapazierfähiges Leder her, das beispielsweise für Schuhsohlen, Stiefel und Sättel verwendet wurde.
  2. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch lūre ‘schlauer, hinterlistiger Mensch’, meist im abwertenden Sinn (siehe auch Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, letzter Zugriff: 02.12.2019).

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch lūre ‘Nachwein, Tresterwein’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Winzer oder Weinhändler.
  2. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch līre ‘Leier’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Leierspieler. Siehe auch Leier.
  3. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu Lauer, einer Kurzform des Rufnamens Laurentius. Zum Rufnamen siehe Laurentius 1.
  4. Benennung nach Wohnstätte zu polnisch ława ‘Bank, Brettersteig über Bach, Sumpf’. Diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 23-24) kann auf die historischen Vorkommen in Schlesien zutreffen.

Weitgehend auszuschließen

  1. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Laue (Ortsteil von Delitzsch, Landkreis Nordsachsen, Sachsen), Lauen (Ortsteil von Selmsdorf, Landkreis Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern). Es handelt sich um ein Derivat mit dem Suffix -er. Aufgrund der Verbreitung des Familiennamens ist diese Deutung (siehe Gottschald 2006, Seite 318) auszuschließen.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Frankreich

Häufigkeit
700
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 03.12.2019.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 02.12.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Dräger, Kathrin (2013): Familiennamen aus dem Rufnamen Nikolaus in Deutschland. Regensburg. Hier S. §§39, 48 (Anm.), 82; K. 54.
  • Dräger, Kathrin (2013): CD-Rom-Beilage. In: Familiennamen aus dem Rufnamen Nikolaus in Deutschland. Regensburg.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 455-456.
  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 318.
  • Hellfritzsch, Volkmar (1992): Familiennamenbuch des sächsischen Vogtlandes. Auf der Grundlage des Materials der Kreise Plauen und Oelsnitz. Berlin. Hier S. 131.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 368-369.
  • Linnartz, Kaspar (1958): Unsere Familiennamen. Bd. 1: Zehntausend Berufsnamen im Abc erklärt. 3., stark vermehrte Auflage. Bonn [u.a.]. Hier S. 136.
  • Morlet, Marie-Thérèse (1991): Dictionnaire étymologique des noms de famille. Paris. Hier S. 596.
  • Reith, Reinhold (1991): Lexikon des alten Handwerks. Vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. München. Hier S. 85-86.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Julia Griebel
Veröffentlichungsdatum
17.01.2022
Zitierhinweis

Griebel, Julia, Lauer, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/424/1 >