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Gallus

Allgemeines

Häufigkeit
823
Rang
4172
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland
Schweiz

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum Rufnamen Gallus (lateinisch für ‘der Gallier’. Die Bekanntheit des Rufnamens im Mittelalter geht zurück auf den Heiligen Gallus. Dieser wirkte in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts als Missionar in der Bodenseeregion. Nach seinem Tod entstand dort das nach ihm benannte Kloster St. Gallen, das später auch namengebend für die Stadt und den Kanton wurde. In Südwestdeutschland und der Schweiz herrscht die Kurzform Gall vor (siehe Gall 1).
  2. Benennung nach Übername zu lateinisch gallus ‘Hahn’. Es handelt sich um eine Latinisierung deutscher Familiennamen wie Hahn (siehe Hahn). Der Humanist Jost Hahn (um 1450-1517) aus Rouffach im Elsass änderte seinen Namen in Jodokus Gallus Rubiacensis (Deutsche Biographie, letzter Zugriff: 26.10.2021) .

Historischer Namenbeleg

Gallus sacerdos chori Basiliensis

Belegjahr
1273
Belegort
Basel
Quellenangabe
Socin, 1966, Seite 69.

Nicolaus Haen

Belegjahr
1530
Belegort
Wittenberg

=

Nicolaus Gallus

Belegjahr
1537
Belegort
Wittenberg
Quellenangabe
Kroiß, 2021, Seite 265.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Polen

Häufigkeit
395
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 2898.

Tschechische Republik

Häufigkeit
50
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2016
Quelle
kdejsme.cz, letzter Zugriff 07.03.2016.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 26.10.2021.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Kroiß, Daniel (2021): Humanistennamen. Entstehung, Struktur und Verbreitung latinisierter und gräzisierter Familiennamen. Berlin, Boston. Hier S. 265.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanych w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 2898.
  • Seibicke, Wilfried (1998): Historisches Deutsches Vornamenbuch. Band 2: F-K. Berlin und New York. Hier S. 110-111.
  • Socin, Adolf (1966): Mittelhochdeutsches Namenbuch. Hildesheim. Hier S. 69.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
04.10.2022
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Gallus, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/4173/1 >