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Lehmann

Allgemeines

Häufigkeit
37048
Rang
31
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch lēhenman ‘Lehnsmann, Vasall’ für den Inhaber eines bäuerlichen Lehngutes.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Wohnstätte zu mittelhochdeutsch ‘Hügel’ für jemanden, der an oder auf einem Hügel wohnt.
  2. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Lehn (Stadtteil von Obergurig, Sachsen) und Lehen (mehrfach in Baden-Württemberg, z.B. Stadtteil von Freiburg im Breisgau).

Weitgehend auszuschließen

  1. Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch le(he) ‘größere Sense’ für den Hersteller oder Benutzer einer solchen (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 29). Der Familienname tritt im gesamten niederdeutschen Raum jedoch selten auf.
  2. Benennung nach Wohnstätte zu mittelniederdeutsch le(he) ‘die dem Wind abgewandte Seite’ für jemanden, der an einem vom Wind geschützten Ort wohnt (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 29). Dieser Begriff findet ausschließlich Verwendung in der Schifffahrt (siehe Deutsches Wörterbuch, letzter Zugriff: 09.12.2015). Der Familienname tritt im gesamten niederdeutschen Raum selten auf.
  3. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnahmen Lehe (mehrfach in Niedersachen, Bremen und Schleswig-Holstein), Lehen (mehrfach in Bayern) und Lehde (Gemeinde Lübbenau, Brandenburg; Trzciniec Dolny, Polen). Diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 31) ist weitgehend auszuschließen, weil der Familienname in den betreffenden Gebieten entweder selten auftritt oder die Siedlungen sehr klein sind.

Historischer Namenbeleg

Ar. Lenman

Belegjahr
1265
Belegort
Mellingen (Aargau)
Quellenangabe
Socin, 1966, Seite 480.

Cuncze Leman

Belegjahr
1375
Belegort
Altenburg
Quellenangabe
Grünert, 1958, Seite 273.

Pawel Lêman

Belegjahr
1401
Belegort
Görlitz
Quellenangabe
Bahlow, 1975, Seite 85.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Polen

Häufigkeit
2368
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 6196.

Frankreich

Häufigkeit
1686
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 28.07.2015.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 28.05.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Bahlow, Hans (1975): Liegnitzer Namenbuch. Familiennamen, gedeutet aus d. Quellen d. Mittelalters. Lorch (Württemberg). Hier S. 85.
  • Bily, Inge (2011): Der Familienname Lehmann, seine Varianten und Ableitungen im Polnischen. In: Heuser, Rita/Nübling, Damaris/Schmuck, Mirjam (Hrsg.): Familiennamengeographie. Ergebnisse und Perspektiven europäischer Forschung. Berlin und New York, S. 165-178. Hier S. 165-178.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 441.
  • Grünert, Horst (1958): Die altenburgischen Personennamen. Ein Beitrag zur mitteldeutschen Namenforschung. Tübingen. Hier S. 273.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanych w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 6196.
  • Socin, Adolf (1966): Mittelhochdeutsches Namenbuch. Hildesheim. Hier S. 480.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 29 und 31.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
17.01.2022
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Lehmann, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/31/1 >