Zurück zur Liste

Semmel

Allgemeines

Häufigkeit
154
Rang
24463
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch semel , semele , simele , simel ‘feines Weizenmehl, -brot, Semmel’ (entlehnt aus lateinisch simila ‘Semmelmehl, feinstes Weizenmehl, später: aus diesem Mehl gebackenes Brot’). Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für den Bäcker von Weißbrot und Semmeln.
  2. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch semel , semele , simele , simel ‘feines Weizenmehl, -brot, Semmel’ (entlehnt aus lateinisch simila ‘Semmelmehl, feinstes Weizenmehl, später: aus diesem Mehl gebackenes Brot’) für jemanden, der gerne Semmeln isst.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname. Hier liegt ein Patronym zum jüdischen Rufnamen Semel, einer Kurzform von Samuel vor (zum Rufnamen siehe Samuel 1) (siehe Guggenheimer/Guggenheimer 1996, Seite 408; Menk 2005, Seite 685-686).
  2. Benennung nach Rufname. Hier liegt möglicherweise ein Metronym zum weiblichen jüdischen Rufnamen Semel(e) (Etymologie unklar) vor (siehe Guggenheimer/Guggenheimer 1996, Seite 408; Menk 2005, Seite 685-686; Zoder 1968, Band 2, Seite 598).

Historischer Namenbeleg

Aaron judeo nostro ... et uxor ejus Semele (Rufname)

Belegjahr
1330
Belegort
Goslar
Quellenangabe
Zoder, 1968, Seite 598.

Meschulam Salomon genannt Semel (Rufname)

Belegjahr
1426
Belegort
Frankfurt
Quellenangabe
Dietz, 1907, Seite 74.

her Albert Semmel

Belegjahr
1523
Belegort
Hildesheim
Quellenangabe
Zoder, 1968, Seite 598.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Casemir, Kirstin (2009): Familiennamen aus Berufsbezeichnungen. Namengebung und Namenmotivation am Beispiel des Bäckergewerbes. In: Hengst, Karlheinz/Krüger, Dietlind (Hrsg.): Familiennamen im Deutschen. Erforschung und Nachschlagewerke. Deutsche Familiennamen im deutschen Sprachraum. Leipzig, S. 165-191.
  • Dietz, Alexander (1907): Stammbuch der Frankfurter Juden. Geschichtliche Mitteilungen über die Frankfurter jüdischen Familien 1349-1849. Frankfurt am Main. Hier S. 74.
  • Guggenheimer, Eva/Guggenheimer, Heinrich (1996): Etymologisches Lexikon der jüdischen Familiennamen. München [u.a.]. Hier S. 408.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 136-138.
  • Linnartz, Kaspar (1958): Unsere Familiennamen. Bd. 1: Zehntausend Berufsnamen im Abc erklärt. 3., stark vermehrte Auflage. Bonn [u.a.]. Hier S. 216.
  • Menk, Lars (2005): A Dictionary of German-Jewish Surnames. Bergenfield. Hier S. 685-686.
  • Nölle-Hornkamp, Iris (1992): Mittelalterliches Handwerk im Spiegel der oberdeutschen Personennamen. Eine namenkundliche Untersuchung zu den Handwerkerbezeichnungen als Beinamen im "Corpus der altdeutschen Originalurkunden". Frankfurt [u.a.]. Hier S. 106.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 598.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Rita Heuser
Veröffentlichungsdatum
01.08.2022
Zitierhinweis

Heuser, Rita, Semmel, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/24487/1 >