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Rose

Allgemeines

Häufigkeit
9033
Rang
223
Sprachvorkommen
deutsch
englisch
Hauptverbreitung
Deutschland
USA
Großbritannien

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch rōse , rōs , mittelniederdeutsch rose ‘Rose’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Blumenhändler oder -züchter.
  2. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch rōse , rōs , mittelniederdeutsch rose ‘Rose’, etwa für einen Rosenliebhaber oder jemanden, der sich gerne mit Rosen schmückt.
  3. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym oder Metronym zu einer deutschen Rufnamenkurzform mit dem Namenglied althochdeutsch hruod , altsächsisch *hrōth , *rōth ‘Ruhm’, beispielsweise zur Rufnamenkurzform Rozo, gebildet zu Vollformen wie Rüdiger oder Rotraud. In Einzelfällen kann der Familienname durch Zuzug aus englisch- oder französischsprachigen Ländern nach Deutschland gelangt sein. Dabei sind entsprechende Rufnamen bzw. Rufnamenkurzformen zu veranschlagen.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch rose ‘Kalkröste’ für jemanden, der die sogenannte Kalkröste, auch Kalkröse genannt, durchführt, bei der Kalkstein zu Kalk verbrannt wird. Diese Deutung kann für die Vorkommen im niederdeutschen Raum zutreffen.
  2. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Rose (Ortsteil von Nümbrecht, Oberbergischer Kreis, Nordrhein-Westfalen), Rosa (Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen), Rösa (Ortsteil von Muldestausee, Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Sachsen-Anhalt), Rossau (Landkreis Mittelsachsen, Sachsen). Auch die Siedlung Róża Wielka (Woiwodschaft Großpolen, Polen) hieß historisch Rose. Bei Herkunft aus dem englisch- bzw. französischsprachigen Raum können Siedlungen aus den entsprechenden Herkunftsländern zugrunde liegen, z. B. Ross, Roos (Schottland), Roose (Schottland, England), Rose, Rowse (England), Wrose (England), Rots (Frankreich).
  3. Benennung nach Wohnstätte zu Hausnamen mit Rose als Bestandteil, z. B. Zur Rose. Diese Deutung kann auch auf die Familiennamen aus dem englischsprachigen Raum zutreffen, wo Rose ein häufiger Gaststättenname ist (siehe Hanks 2016, Band 4, Seite 2281-2282).
  4. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Metronym zum weiblichen Rufnamen Rosa , dessen Herkunft nicht vollständig geklärt ist. Zur Diskussion um Herkunft und Auftreten der Rufnamenkurzform im deutschen Sprachgebiet sowie mögliche zugrunde liegende Vollformen siehe Seibicke 2000, Band 3, Seite 658; Förstemann 1966, Spalte 1282; Kaufmann 1968, Seite 295.
  5. Benennung nach Wohnstätte zu den Gewässernamen Rase (Landkreis Göttingen, Niedersachsen; 1369 belegt als Rose , siehe Greule 2014, Seite 425-426) und Rose (Kreis Olpe, Nordrhein-Westfalen; Landkreis Prignitz, Brandenburg).

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu Rufnamenkurzformen mit dem Namenerstglied Ros- (< urslawisch *orsti ‘wachsen’) zu Vollformen wie Rostislav bzw. kontrahiert Rozlav oder Rosomil (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 435). Diese Deutung ist aus lautlichen Gründen und aufgrund fehlender Namenbelege unsicher.

Historischer Namenbeleg

Rozo (Rufname)

Belegjahr
1191
Belegort
Goslar
Quellenangabe
Schlaug, 1955, Seite 221.

Wernher zum Rosen

Belegjahr
1311
Belegort
Basel
Quellenangabe
Brechenmacher, 1960-1963, Seite 430.

zur großen Rose (Hausnamen)

Belegjahr
16./17. Jahrhundert
Belegort
Erfurt
Quellenangabe
Grohne, 1912, Seite 194.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

USA

Häufigkeit
146924
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2000
Quelle
names.mongabay.com/data/1000.html, letzter Zugriff 17.12.2019.

Großbritannien

Häufigkeit
35356
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2011
Quelle
Hanks/Coates/McClure 2016, Seite 2281.

Frankreich

Häufigkeit
3158
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 15.02.2018.

Polen

Häufigkeit
316
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 9514.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 28.05.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Brechenmacher, Josef Karlmann (1960): Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. Band 2. Limburg an der Lahn. Hier S. 430.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 1282.
  • Greule, Albrecht (2014): Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der dazugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. Berlin und Boston. Hier S. 425-426.
  • Grohne, Ernst (1912): Die Hausnamen und Hauszeichen. Ihre Geschichte, Verbreitung und Einwirkung auf die Bildung der Familien- und Gassennamen. Göttingen. Hier S. 194.
  • Hanks, Patrick/Coates, Richard/McClure, Peter (2016): The Oxford Dictionary of Family Names in Britain and Ireland. Band 4. Oxford. Hier S. 2281-2282.
  • Kaufmann, Henning/Förstemann, Ernst (1968): Altdeutsche Personennamen: Ergänzungsband. München und Hildesheim. Hier S. 295.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2009): Deutscher Familiennamenatlas. Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus. Berlin. Hier S. 588-591.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanych w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 9514.
  • Seibicke, Wilfried (2000): Historisches Deutsches Vornamenbuch. Band 3: L-Sa. Berlin und New York. Hier S. 658.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 435.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Theresa Schweden
Lena Späth
Veröffentlichungsdatum
15.11.2021
Zitierhinweis

Schweden, Theresa und Späth, Lena, Rose, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/223/1 >