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Belz

Allgemeines

Häufigkeit
1833
Rang
1679
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch bellīz , bellez , belz , pelz ‘Pelz, Tierhaut, Pelzrock’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Kürschner (vergleiche Kürschner, Pelzer 1).
  2. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch bellīz , bellez , belz , pelz ‘Pelz, Tierhaut, Pelzrock’ für den Träger eines Kleidungsstückes aus Pelz.
  3. Benennung nach Wohnstätte zum Örtlichkeitsnamen Belz. Dieser ist besonders häufig in Hessen. Er geht zurück auf mittelhochdeutsch bellīz , bellez , belz , pelz ‘Pelz’ und bezeichnet ein dicht mit Pflanzen, Moos oder Gestrüpp bewachsenes Gelände.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu einer deutschen Rufnamenkurzform mit dem Namenglied althochdeutsch, altsächsisch bald ‘kühn, stark’ zu Vollformen wie Baldulf oder Baldwin oder um ein Patronym zum einstämmigen Rufnamen Baldo, hier mit hypokoristischem Suffix z und Umlaut.
  2. Benennung nach Rufname, siehe Bälz 2. Es handelt sich um eine Schreibvariante.
  3. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch bülz , bülez ‘Pilz’ (vergleiche (Deutsches Wörterbuch, letzter Zugriff: 23.03.2020). Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Pilzsammler oder -verkäufer.
  4. Benennung nach Übername zu westslawisch běl- / biel- (< urslawisch *bělъ ) ‘weiß’ für jemanden mit einer sehr hellen Haut- oder Haarfarbe. Dabei handelt es sich wohl um eine Ableitung mit dem patronymischen -ic, die hier in stark eingedeutschter und verkürzter Form vorliegt (-ic > z).
  5. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Belz (Alt-Belz und Neu-Belz, historisch in Pommern, heute Bielice, Polen). Die Siedlungsnamen Belitz (Ortsteil der Gemeinde Küsten, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen; Ortsteil der Gemeinde Prebberede, Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern) und Belzig (Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg) kommen aufgrund der Verbreitung des Familiennamens nur in seltenen Einzelfällen infrage. Die von Zoder außerdem genannte Siedlung Beltz ist nicht auffindbar (siehe Zoder 1968, Band 1, Seite 218).

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Frankreich

Häufigkeit
276
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 05.05.2020.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 16.03.2020.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 108.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2011): Deutscher Familiennamenatlas. Band 2: Graphematik/Phonologie der Familiennamen II: Konsonantismus. Berlin und New York. Hier S. 28-29.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 1. Hildesheim. Hier S. 218.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Julia Griebel
Veröffentlichungsdatum
15.11.2021
Zitierhinweis

Griebel, Julia, Belz, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/1679/1 >