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Bak

Allgemeines

Häufigkeit
297
Rang
12569
Sprachvorkommen
polnisch
türkisch
dänisch
niederländisch
koreanisch
Hauptverbreitung
Polen
Türkei
Dänemark
Niederlande

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Übername zu polnisch bąk ‘Rohrdammel; Rinderbremse’ für jemanden, der in seinem Aussehen oder seinem Verhalten an eine Rohrdommel bzw. eine Rinderbremse erinnert, z. B. für einen kleinen, runden, dicklichen Menschen. Redewendungen wie pijany jak bąk ‘voll wie eine Haubitze’ oder opić się jak bąk ‘sich voll laufen lassen’ spielen auf eine besondere Trinkfreude an. Zugrunde liegt der polnische Familienname Bąk. Das diakritische Zeichen wird im Deutschen nicht wiedergegeben.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufnamenmuster, siehe Bag 1. Es handelt sich um eine Lautvariante, die im Tarama Sözlüğü aufgeführt ist. Dieses Wörterbuch, in dem Wörter aus anderen Turksprachen sowie aus alten türkischen Quellen zur Verwendung im Türkischen vorgeschlagen wurden, war im Zuge der türkischen Sprachreform entstanden und hatte zum Ziel, vor allem arabische und persische Lehnwörter durch genuin turksprachige Wörter zu ersetzen. Da das Familiennamengesetz und die Sprachreform in engem Bezug zueinander standen, wurde das Wörterbuch gerne als Quelle für Familiennamen zu Rate gezogen.
  2. Benennung nach dynastischem Motiv, siehe Pak 3. Es handelt sich um eine alternative Transkription des koreanischen Namens.
  3. Benennung nach Übername zu polnisch bak ‘Schrei’ (vgl. polnisch bakać ‘schimpfen, schreien’) für einen Schreihals bzw. Geiferer.
  4. Benennung nach Wohnstätte zu dänisch bakke ‘Hügel’ für jemanden, der an oder auf einem Hügel wohnt.
  5. Benennung nach Beruf zu mittelniederländisch bac ‘Gefäß, Trog’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Hersteller von Gefäßen.
  6. Benennung nach religiösem Motiv. Es handelt sich hierbei um ein Akronym aus den ersten Buchstaben von hebräisch Bneyj Qdoyshijm ( Benei Kedoshim ) ‘Kind von Märtyrern’. Der jüdische Familienname entstand im frühen 16. Jahrhundert in Italien und verbreitete sich durch eine seit dem 17. Jahrhundert in Prag ansässige Buchdruckerdynastie.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu einer Rufnamenkurzform mit dem Namenglied althochdeutsch, altsächsisch bald ‘kühn, stark’ zu Vollformen wie Baldwin, Balder (siehe auch Baake 1). Diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 1, Seite 182) ist aus lautlichen Gründen sowie aufgrund der historischen Verbreitung des Familiennamens unsicher.

Weitgehend auszuschließen

  1. Benennung nach Übername zu mittelniederdeutsch bāke ‘Rücken, Hinterbacke, Speckseite, Schinken’ für einen übergewichtigen Menschen. Diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 1, Seite 182) ist aufgrund der historischen Verbreitung des Familiennamens weitgehend auszuschließen.
  2. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Baak (Ortsteil von Hattingen, Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen), Bakede (Ortsteil von Bad Münder am Deister, Landkreis Hameln-Pyrmont, Niedersachsen). Aufgrund der historischen Verbreitung des Familiennamens ist diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 1, Seite 182) auszuschließen.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Polen

Häufigkeit
37875
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 454-455.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die Angaben beziehen sich auf die Namenform Bąk .

Dänemark

Häufigkeit
4142
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2020
Quelle
dst.dk/da/Statistik/emner/befolkning-og-valg/navne/HvorMange, letzter Zugriff 11.05.2020.

Türkei

Häufigkeit
3780
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2014
Quelle
forebears.io/de/surnames/bak, letzter Zugriff 17.03.2020.

Ungarn

Häufigkeit
3314
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2007
Quelle
Hajdú 2012, Seite 91.

Niederlande

Häufigkeit
1365
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2007
Quelle
cbgfamilienamen.nl/nfb/, letzter Zugriff 04.05.2020.

Ukraine

Häufigkeit
953
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2011-2013
Quelle
ridni.org/karta/%D0%B1%D0%B0%D0%BA, letzter Zugriff 29.04.2020.
Kommentar zur Verbreitung im Ausland

Die Angaben beziehen sich auf die Namenform Бак/Bak .

Polen

Häufigkeit
764
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 266-267.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 17.03.2020.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Beider, Alexander (1993): A Dictionary of Jewish Surnames from the Russian Empire. Teaneck. Hier S. 115.
  • Debrabandere, Frans (2003): Woordenboek van de familienamen in België en Noord-Frankrijk. Amsterdam [u.a.]. Hier S. 82.
  • Guggenheimer, Eva/Guggenheimer, Heinrich (1996): Etymologisches Lexikon der jüdischen Familiennamen. München [u.a.]. Hier S. 30.
  • Hajdú, Mihály (2012): Újmagyarkori családneveink tára. XVIII - XXI. század. [Sammlung der ungarischen Familiennamen der Neuzeit: 18.-21. Jh.]. I. adatok [1. Band]. Budapest. Hier S. 91.
  • Menk, Lars (2005): A Dictionary of German-Jewish Surnames. Bergenfield. Hier S. 152.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanich w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 266-267 und 454-455.
  • Rymut, Kazimierz/Hoffmann, Johannes (Hrsg.) (2006): Lexikon der Familiennamen polnischer Herkunft im Ruhrgebiet. Band 1. Kraków. Hier S. 13-14 und 56.
  • Søndergaard, Georg (1991): Danske Efternavne - betydning, oprindelse, udbredelse. Copenhagen. Hier S. 32.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Christiane Schiller
Mehmet Aydin
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
15.06.2021
Zitierhinweis

Schiller, Christiane und Aydin, Mehmet und Kroiß, Daniel, Bak, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/12583/1 >