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Lehr

Allgemeines

Häufigkeit
2715
Rang
1055
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf, siehe Löhr 1. Es handelt sich um eine Lautvariante mit Entrundung ö > e .

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Wohnstätte zum Flurnamen Lehr. Dieser Flurname wird unterschiedlich gedeutet. Er kann einen Ort an Bachläufen bezeichnen, an dem Lohgerber ihrem Handwerk nachgingen (zu mittelhochdeutsch lōwer ‘Gerber’), möglich ist auch eine Variante des Flurnamens Lar, ein Weide- oder Grasplatz (vergleiche Südhessisches Flurnamenbuch, letzter Zugriff: 20.05.2020). Laut Brechenmacher beruht der Wohnstättenname auf mittelhochdeutsch , lōch ‘Gehölz, Gebüsch’, wobei r einen Plural darstellt (siehe Brechenmacher 1960-1963, Band 2, Seite 166). Bahlow führt ihn auf eine sumpfige Gegend zurück, macht aber keine konkreten etymologischen Angaben (siehe Bahlow 1985, Seite 310).
  2. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Lehr (Stadtteil von Ulm, Baden-Württemberg), Lehre (Landkreis Helmstedt, Niedersachsen), Lehren (Ortsteil von Lehrensteinfeld, Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg). Aufgrund der Verbreitung des Familiennamens kommt diese Deutung (siehe Kohlheim/Kohlheim 2006, Seite 420; Zoder 1968, Band 2, Seite 33) nur in wenigen Einzelfällen infrage.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu Lehr, einer Kurzform des lateinischen Rufnamens Hilarius. Zum Rufnamen siehe Hilarius. Diese Deutung (siehe Gottschald 2006, Seite 250) ist aus lautlichen Gründen sowie aufgrund fehlender Belege unsicher.

Historischer Namenbeleg

Henne loer von Aschaffinburg

Belegjahr
1440
Belegort
Frankfurt am Main
Quellenangabe
Steffens, 2019, Seite 154.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 06.07.2020.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Bahlow, Hans (1985): Deutsches Namenlexikon. Frankfurt am Main. Hier S. 310.
  • Brechenmacher, Josef Karlmann (1960): Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. Band 2. Limburg an der Lahn. Hier S. 166.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 455-456.
  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 250.
  • Kohlheim, Rosa/Kohlheim, Volker (2005): Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung [von 20.000 Nachnamen]. 2. Auflage. Mannheim. Hier S. 320.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 360-361.
  • Ramge, Hans (2017): Hessische Familiennamen. Namengeschichten. Erklärungen. Verbreitungen. Heidelberg [u.a.]. Hier S. 209-210 und 293.
  • Steffens, Rudolf (2019): Die Familiennamen der Reichsstadt Frankfurt am Main im 15. Jahrhundert. St. Ingbert. Hier S. 154.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 33.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Julia Griebel
Veröffentlichungsdatum
17.01.2022
Zitierhinweis

Griebel, Julia, Lehr, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/1055/1 >