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Bruck

Allgemeines

Häufigkeit
366
Rang
10051
Sprachvorkommen
deutsch
sorbisch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Wohnstätte zu mittelniederdeutsch brōk , brūk ‘tiefliegende von Wasser durchbrochene, mit Gehölz bestandene Fläche’ für jemanden, der in der Nähe eines feuchten Gebietes, eines Bruchs, wohnt. Diese Deutung trifft für die niederrheinischen Vorkommen zu.
  2. Benennung nach Übername zu obersorbisch und niedersorbisch bruk ‘Käfer, Maikäfer’ für jemanden, der äußerlich oder vom Verhalten an einen Käfer erinnert, z.B. brummt wie ein Käfer. Der Name kann auch als Abwehr gegenüber den tierischen Plagegeistern gemeint sein. Diese Deutung trifft auf die Vorkommen in der Lausitz zu. In einigen Fällen kann es sich auch um einen eingedeutschten polnischen Familiennamen handeln, siehe Bruk 1.
  3. Benennung nach Wohnstätte, siehe Brück 1. Es handelt sich um eine Lautvariante ohne Umlaut, die im oberdeutschen Raum regulär auftritt, im Raum Zweibrücken möglicherweise auf die Schreibungen im Elsass, in Lothringen und Luxemburg (Wegfall der Umlautgraphie) zurückgehen kann.
  4. Benennung nach Herkunft zu Siedlungsnamen wie Bruck, Brück, Brücke, Brücken und anderen.

Historischer Namenbeleg

Bruck

Belegjahr
1566
Belegort
Cottbus (Niederlausitz)
Quellenangabe
Wenzel, 1991, Seite 62.

Angelique Bruck

Belegjahr
1865
Belegort
Eschdorf, Diekirch (Luxemburg)
Quellenangabe
gedbas.genealogy.net/person/show/1203290395, letzter Zugriff: 21.08.2018.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Frankreich

Häufigkeit
121
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
www.geopatronyme.com/cgi-bin/carte/nomcarte.cgi?numero=0165531&periode=4, letzter Zugriff 21.08.2018.

Österreich

Häufigkeit
99
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Luxemburg

Häufigkeit
96
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2009
Quelle
lfa.uni.lu, letzter Zugriff 21.08.2018.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Kollmann, Cristian/Gilles, Peter/Muller, Claire (2016): Luxemburger Familiennamenbuch. Berlin, Boston. Hier S. 49.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2009): Deutscher Familiennamenatlas. Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus. Berlin. Hier S. 293.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2013): Deutscher Familiennamenatlas. Band 4: Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte. Berlin und Boston. Hier S. 648-649.
  • Wenzel, Walter (1991): Studien zu sorbischen Personennamen. 2/I. Bautzen. Hier S. 62.
  • Wenzel, Walter (2004): Niedersorbische Personennamen aus Kirchenbüchern des 16. bis 18. Jahrhunderts. Mit 16 mehrfarbigen Karten. 1. Auflage. Bautzen. Hier S. 85.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Rita Heuser
Veröffentlichungsdatum
01.12.2021
Zitierhinweis

Heuser, Rita, Bruck, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/10052/1 >