Gebäudenamen

Fotographie des Hausnamens "Zur Wilden Gans" erbaut um 1450, renoviert 1708 und 1979, fotograophiert von Rita Heuser
Hausname "Zur Wilden Gans" in Mainz (Foto: Rita Heuser)

Zu den Gebäudenamen (Oikodomonymen) zählen u.a. Hausnamen, historische Gasthaus- und Apothekennamen (Zum Löwen, Apotheke zum Güldenen Engel), Namen von Burgen (Rheinfels, Hohenstaufen), Sportstätten (Allianz Arena, Arena auf Schalke), Klöstern (Kloster Lorsch, Abtei St. Gallen) etc. Die am besten erforschte Gruppe bilden die Hausnamen, die seit dem 12./13. Jahrhundert in rheinischen und süddeutschen Städten (z.B. Köln, Basel, Freiburg) üblich sind. In erster Linie dienten sie als Orientierungs- und Identifizierungshilfe. Meist wurden die Hausnamen an der Hauswand aufgemalt bzw. in Form eines Hausschilds bildlich dargestellt. Die Motive reichen von Gewerben (Zum halben Backhaus) über Tiere (Zum Frosch), Pflanzen (Zur Traube), Gegenstände (Zum Schlegel) und Besitzer (Zum Humbrecht) bis hin zu christlicher Symbolik (Zum Engel). Moderne Gasthaus- und Apothekennamen ähneln Unternehmensnamen.

Literatur

Kunze, Konrad (2012): Alemannische Gasthausnamen. In: Homburger, Wolfgang u.a. (Hrsg.): Grenzüberschreitungen. Der alemannische Raum - Einheit trotz der Grenzen? Ostfildern, S. 87-106.

Kunze, Konrad (2011): Gasthausnamen-Geographie. Beispiele im schwachen Dativ (Zum Schwanen). Mit 17 Karten. In: Beiträhe zur Namenforschung 46, S. 125-163.

Nübling, Damaris/Fahlbusch, Fabian/Heuser, Rita (2012): Namen. Eine Einführung in die Onomastik. Tübingen, S. 250-257.