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Suffix -ing

Das Suffix -ing drückt Zugehörigkeit aus und war ursprünglich weit verbreitet, wovon heute noch die vielen Ortsnamen auf -ingen ( Sigmaringen , Gundelfingen ) und -ing ( Liepolding , Alberting ) zeugen. Das Suffix kam im Süden schon in althochdeutscher Zeit außer Gebrauch. In den Niederlanden und Teilen des Niederdeutschen (Westfalen, Mecklenburg, Pommern) blieb -ing deutlich länger, noch bis zur Zeit der Entstehung der Familiennamen ab dem 12./13. Jahrhundert produktiv und wurde häufig zur Ableitung von Familiennamen aus Rufnamen genutzt (z.B. Brüning‘Sohn des Bruno’). Außer in Patronymen tritt -ing auch bei Namen nach dem Beruf (Meyering zu Meyer), nach der Wohnstätte (Büsching zu Busch) und in Übernamen (Stölting zu Stolte) auf. Varianten des Suffixes sind die mit (diminutivischem) l bzw. k erweiterten Formen -ling (Meierling) und -king (Wedeking).

Literatur

  • Bach, Adolf (1934): Die deutschen Namen auf -ing- in ihrer geschichtlichen und räumlichen Entwicklung. In: Rheinische Vierteljahrsblätter. 10. S. 77-90.
  • Bach, Adolf (1978): Deutsche Namenkunde. Bd. I, 1: Die deutschen Personennamen. Einleitung. Zur Laut- und Formenlehre, Wortfügung, -bildung und -bedeutung der deutschen Personennamen. 3. Auflage. Heidelberg. Hier S. 149-152.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2012): Deutscher Familiennamenatlas. Band 3: Morphologie der Familiennamen. Berlin und Boston. Hier S. 196-209.
  • Kunze, Konrad (2004): dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. 5. Auflage. München. Hier S. 79.

Metadaten

Daten zur Erstellung der thematischen Information

AutorIn
Mirjam Schmuck
Veröffentlichungsdatum
01.12.2019
Zitierhinweis

Schmuck, Mirjam, Suffix -ing, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/thema/9/1 >