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Saalmann

Allgemeines

Häufigkeit
393
Rang
9329
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch salman ‘Mittels- oder Gewährsmann (bei einer gerichtlichen Übergabe), Testamentsvollstrecker, Vormund’ (von mittelhochdeutsch sal ‘Gut, das laut Testament zu übergeben ist, Vermächtnis’) für einen Gewährsmann bei der rechtlichen Übergabe von Gütern.
  2. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum deutschen Rufnamen Saalmann. Der Rufname basiert auf den Namengliedern althochdeutsch sal ‘Saal’ oder althochdeutsch salo ‘schwarz, schmutzig’ und althochdeutsch man ‘Mann’. Zur Etymologie des Erstgliedes siehe Kaufmann 1968, Seite 300-301.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname, siehe Salomon 1. Es handelt sich um eine Lautvariante, die vermutlich durch Anpassung an den Rufnamen Saalmann (siehe unter 2) entstanden ist.
  2. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Saal in Nordrhein-Westfalen (Ortsteil von Sundern, Hochsauerlandkreis; Ortsteil im Stadtteil Lückerath von Bergisch Gladbach, Rheinisch-Bergischer Kreis; Ortsteil von Lohmar, Rhein-Sieg-Kreis; Ortsteil von Windeck, Rhein-Sieg-Kreis). Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann vor. Die gleichnamigen Siedlungen in Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland und in Bayern sind aufgrund der Verbreitung des Familiennamens weitgehend auszuschließen.
  3. Benennung nach Wohnstätte zum Gewässernamen Saale. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann vor. Zur Etymologie des Gewässernamens siehe Greule 2014, Seite 455-456.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Wohnstätte zu den Örtlichkeitsnamen Saal, Sal, Sahl, Salle. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann vor. Zu möglichen Etymologien des Örtlichkeitsnamens siehe Bahlow 1985, Seite 441 und Mittelhessisches Flurnamenbuch, letzter Zugriff: 05.12.2019.

Historischer Namenbeleg

Salman (Rufname)

Belegjahr
1074
Belegort
Regensburg
Quellenangabe
Förstemann, 1966, Spalte 1293.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Bahlow, Hans (1985): Deutsches Namenlexikon. Frankfurt am Main. Hier S. 441.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 602 und 606.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 1290-1294.
  • Greule, Albrecht (2014): Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der dazugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. Berlin und Boston. Hier S. 455-456.
  • Kaufmann, Henning/Förstemann, Ernst (1968): Altdeutsche Personennamen: Ergänzungsband. München und Hildesheim. Hier S. 300-301.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2013): Deutscher Familiennamenatlas. Band 4: Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte. Berlin und Boston. Hier S. 170.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 637.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Mehmet Aydin
Veröffentlichungsdatum
02.06.2020
Zitierhinweis

Aydin, Mehmet, Saalmann, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/9352/1 >