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Sitte

Allgemeines

Häufigkeit
486
Rang
7407
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym oder Metronym zur einstämmigen Rufnamenkurzform Sido, Sito, Sitto mit dem Namenglied althochdeutsch situ , altsächsisch sidu ‘Sitte’ zu Vollformen wie Sidbert oder Sidimund bzw. Sidburg.
  2. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum deutschen Rufnamen Sido, Sito, Sitto. Bei dem Rufnamen handelt es sich um eine zweistämmige Kurzform von Vollformen mit dem Erstglied althochdeutsch sigu , altsächsisch *sigi ‘Sieg’ und einem d - oder t -haltigen Zweitglied, meist althochdeutsch fridu , altsächsisch frithu , frethu ‘Friede’ (vergleiche Siegfried 1), aber auch beispielsweise althochdeutsch beraht , altsächsisch berht ‘hell, glänzend’ (vergleiche Siegbert 1).
  3. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym oder Metronym zur einstämmigen Rufnamenkurzform Sido, Sito, Sitto mit dem Namenglied altsächsisch sīth ‘Weg’ zu Vollformen wie Sidger oder Sidolf. Diese Deutung kommt für die niederdeutschen Vorkommen in Betracht. Unsicher ist, ob auch Rufnamen zugrunde liegen können, die auf die hochdeutsche Entsprechung des Namenglieds, althochdeutsch sind , zurückgehen.
  4. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Zittau in der Oberlausitz (Sachsen), der dialektal Sitte lautet.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Wohnstätte zu mittelniederdeutsch sitte ‘Sitz’(siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 617), wohl im Sinne von ‘Wohnsitz’.
  2. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Sitten in Sachsen, Schlesien und der Schweiz. Diese Deutung ist aus lautlichen Gründen unsicher.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Tschechische Republik

Häufigkeit
34
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2015
Quelle
kdejsme.cz, letzter Zugriff 08.02.2017.

Historische Verbreitung

Sitte war 1942 auch im Sudetenland verbreitet (Genevolu, letzter Zugriff: 08.02.2017).

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 1315-1316.
  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 460 und 547.
  • Schlaug, Wilhelm (1955): Studien zu den altsächsischen Personennamen des 11. und 12. Jahrhunderts. Lund. Hier S. 223.
  • Seibicke, Wilfried (2003): Historisches Deutsches Vornamenbuch. Band 4: Sc-Z. Berlin und New York. Hier S. 16.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 617.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Kathrin Dräger
Veröffentlichungsdatum
15.09.2020
Zitierhinweis

Dräger, Kathrin, Sitte, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/7413/1 >