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Weiner

Allgemeines

Häufigkeit
1336
Rang
2399
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland
Polen
Österreich

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf, siehe Wagner 1, Wegner 1. Die Form Weiner entstand durch Kontraktion von age / ege > ei in mittelhochdeutsch wagener , mittelniederdeutsch wegener ‘Wagner’, die sich vor allem in Schlesien und anderen Teilen des mitteldeutschen Sprachraums nachweisen lässt (siehe Historische Verbreitung). Zur Kontraktion Wagner/Wegner > Weiner siehe Kunze/Nübling 2009, Band 1, Seite 21, Seite 24-25.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname, siehe Wiener 2. Es liegt eine Lautvariante mit Diphthongierung ī > ei vor.
  2. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Weine (jetzt Víno, Ortsteil von Slezské Rudoltice, Tschechien; Stadtteil von Büren, Kreis Paderborn, Nordrhein-Westfalen), Weiner (zu Ochtrup gehörende Bauerschaft, Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen). Auch die Gemeinde Wijewo bei Poznań (Posen) hieß historisch Weine. Zur Etymologie des Siedlungsnamens Weine (Büren) (siehe Meinecke 2018, Seite 454-455).
  3. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch weiner ‘der Weinende, Klagende’ für jemanden, der von seinem Umfeld als besonders wehklagend empfunden wird.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Beruf, siehe Wiener 3. Diese Deutung (siehe Gottschald 2006, Seite 522) ist unsicher, da die Diphthongierung ī > ei für diesen Familiennamen nicht belegt ist.

Historischer Namenbeleg

Weinheri (Rufname)

Belegjahr
1090
Belegort
Osnabrück
Quellenangabe
Förstemann, 1966, Spalte 1614.

Hannus Haze der wayner

Belegjahr
1416
Belegort
Liegnitz
Quellenangabe
Bahlow, 1975, Seite 143.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Polen

Häufigkeit
602
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2002
Quelle
Rymut 2003, Seite 12250.

Österreich

Häufigkeit
188
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Tschechische Republik

Häufigkeit
127
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2016
Quelle
kdejsme.cz, letzter Zugriff 05.12.2019.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 28.05.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Bahlow, Hans (1975): Liegnitzer Namenbuch. Familiennamen, gedeutet aus d. Quellen d. Mittelalters. Lorch (Württemberg). Hier S. 143.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 800.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 1614.
  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 522.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2009): Deutscher Familiennamenatlas. Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus. Berlin. Hier S. 20-27.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 302-303.
  • Meineke, Birgit (2018): Die Ortsnamen des Kreises Paderborn. Bielefeld. Hier S. 454-455.
  • Rymut, Kazimierz (2003): Słownik nazwisk używanich w Polsce na paczątku XXI wieku (CD ROM). Kraków. Hier S. 12250.
  • Wenzel, Walter (1999): Lausitzer Familiennamen slawischen Ursprungs. Bautzen. Hier S. 256.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
16.01.2020
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Weiner, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/2400/1 >