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Scheuer

Allgemeines

Häufigkeit
1661
Rang
1879
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Wohnstätte zu mittelhochdeutsch schiure , schiur , schūre , schūr , mittelniederdeutsch schure ‘Scheune, Scheuer’ für jemanden, der an einer besonderen Scheune, z.B. einer Zehntscheune, wohnt. Zum Gebrauch des Wortes Scheuer für standardsprachlich Scheune im Neuhochdeutschen siehe König 2011, Seite 236.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch schiure , schiur , schūre , schūr , mittelniederdeutsch schure ‘Scheune, Scheuer’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für den Verwalter einer herrschaftlichen Scheune.
  2. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Scheuer (mehrfach in Bayern und Nordrhein-Westfalen), Scheuern (mehrfach in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland, Bayern und Oberösterreich). Auch Lagrange (Département Territoire de Belfort, Frankreich) hieß historisch Scheuern.
  3. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch schiure ‘Becher’, regional in Bayern noch Scheur ‘Pokal, Becher’ (siehe Schmeller 2008, Band 2, Spalte 456). Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für einen Hersteller von Bechern oder Pokalen.

Historischer Namenbeleg

Concze zu der Schuren

Belegjahr
1440
Belegort
Frankfurt am Main
Quellenangabe
Steffens, 2019, Seite 202.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Frankreich

Häufigkeit
175
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 16.09.2019.

Österreich

Häufigkeit
165
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 16.09.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Förstemann, Ernst (1983): Altdeutsches Namenbuch. Zweiter Band: Orts- und sonstige geographische Namen (Völker-, Länder-, Siedlungs-, Gewässer-, Gebirgs-, Berg-, Wald-, Flurnamen und dgl.). 2: L-Z. Nachdruck der dritten, völlig neubearbeiteten, um 100 Jahre erweiterten Auflage. Hildesheim [u.a.]. Hier Sp. 783-784.
  • Kohlheim, Rosa/Kohlheim, Volker (2005): Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung [von 20.000 Nachnamen]. 2. Auflage. Mannheim. Hier S. 579-580.
  • König, Werner (2011): dtv-Atlas Deutsche Sprache. 17. Auflage. München. Hier S. 236.
  • Kunze, Konrad (2004): dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. 5. Auflage. München. Hier S. 102-103.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2009): Deutscher Familiennamenatlas. Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus. Berlin. Hier S. 456-459.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2013): Deutscher Familiennamenatlas. Band 4: Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte. Berlin und Boston. Hier S. 944-948 und 956-959.
  • Müller, Gunter (2000): Westfälischer Flurnamenatlas. Bielefeld. Hier S. 225-229.
  • Schmeller, Johann (2008): Bayerisches Wörterbuch. 7. Nachdruck der von G. Karl Frommann bearbeiteten 2. Ausgabe München 1872-1877. 7. Auflage. Band 2. München. Hier Sp. 456.
  • Steffens, Rudolf (2019): Die Familiennamen der Reichsstadt Frankfurt am Main im 15. Jahrhundert. St. Ingbert. Hier S. 202.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
15.09.2020
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Scheuer, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/1882/1 >