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Schulz

Allgemeines

Häufigkeit
73736
Rang
9
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland
Polen

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch schultheiʒe , schulze ‘der Verpflichtungen befiehlt; Richter; Stadt-, Dorfvorsteher’. Der Schultheiß wurde zunächst vom weltlichen oder geistlichen Fürsten als Beamter oder Richter eingesetzt. Später wurde die Berufsbezeichnung auf den gewählten Vorsteher einer Gemeinde übertragen. Regional bildeten sich spezielle Bedeutungen heraus, z.B. in Westfalen auch ‘Besitzer eines bedeutenden Hofs’ (siehe Kunze/Nübling 2011, Band 2, Seite 424; zu den verschiedenen Kompetenzen des Schultheißen mit zeitlichen Veränderungen und geographischen Unterschieden, siehe Deutsches Rechtswörterbuch, letzter Zugriff: 14.12.2015). Die Form Schulz entstand durch Kontraktion schultheiʒe > schulze (vergleiche Schultheiß 1), wobei häufig bereits im 15. Jahrhundert das auslautende e wegfiel (siehe Belege). Im niederdeutschen Raum handelt es sich um eine Verhochdeutschung (vergleiche Schult 1, Schulte 1).

Historischer Namenbeleg

Jost Schultcz

Belegjahr
1451
Belegort
Liegnitz (Legnica, Polen)
Quellenangabe
wiki-de.genealogy.net/Schlesisches_Namenbuch/116, letzter Zugriff: 15.12.2015.

Anna Maria Schulte

Belegjahr
1615
Belegort
Hannover

=

Anna Maria Schultz

Belegjahr
1616
Belegort
Hannover
Quellenangabe
Zoder, 1968, Seite 566.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Polen

Häufigkeit
2572
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2008
Quelle
moikrewni.pl/mapa/, letzter Zugriff 15.12.2015.

Historische Verbreitung

Zur historischen Verbreitung siehe Namensverbreitungskarte, letzter Zugriff: 28.05.2019.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Bahlow, Hans (1953): Schlesisches Namenbuch. Kitzingen. Hier S. 115-116.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2009): Deutscher Familiennamenatlas. Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus. Berlin. Hier S. 222-225.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2011): Deutscher Familiennamenatlas. Band 2: Graphematik/Phonologie der Familiennamen II: Konsonantismus. Berlin und New York. Hier S. 422-437 und 494-498.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 678.
  • Hohensinner, Karl (2011): Familiennamen-Atlas von Oberösterreich. Namen und Berufe. Linz. Hier S. 160.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 566.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
01.12.2019
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Schulz, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/9/1 >