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Keller

Allgemeines

Häufigkeit
26192
Rang
52
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch kellære , keller , kellerer , mittelniederdeutsch keller ‘Kellermeister; Verwalter eines Weingutes; herrschaftlicher Steuerbeamter’, entlehnt aus lateinisch cellarius ‘Kellermeister’. Der Keller verwaltete zunächst herrschaftliche Weingüter bzw. den von diesen gewonnenen Wein. Später wurde diese Berufsbezeichnung auf die Verwaltung der Steuern auf Wein und Früchte sowie auf die generelle Verwaltung herrschaftlicher Güter ausgeweitet (siehe Ebner 2015, Seite 366). In der Schweiz ist Keller der vierthäufigsten Familienname.
  2. Benennung nach Wohnstätte zu mittelhochdeutsch keller ‘Keller’ für jemanden, der an einem besonderen Keller (Ratskeller, herrschaftlicher Wein- oder Bierkeller; Kaufladen; Gefängnis) wohnt. In seltenen Fällen kommt auch eine Benennung nach Flurnamen mit dem Bestandteil Keller-, -keller in Frage (siehe Zoder 1968, Band 1, Seite 865), die sich meistens auf Fundstellen mit historischen Mauer- oder Steinresten beziehen (z.B. Am Haidenkeller, Flurname in Mainz-Marienborn mit Resten römischer Bauten, siehe Direktion Landesarchäologie Mainz, letzter Zugriff: 27.05.2016).

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Keller (Ortsteil mehrerer Gemeinden in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg), Kell am See (Rheinland-Pfalz), Kell (Stadtteil von Andernach), Kella (Thüringen) und Kellen (Stadtteil von Kleve). Der deutsche Name der Gemeinde Kly (Tschechische Republik) ist ebenfalls Kell. Zur Etymologie des Siedlungsnamens Kell am See siehe Niemeyer 2012, Seite 310. Diese Deutung kommt insbesondere für die Namenvorkommen in der Nähe der jeweiligen Siedlungen in Betracht, die jedoch alle außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes des Familiennamens liegen.

Historischer Namenbeleg

Wezelo cellerarius civis Basiliensis

Belegjahr
1286
Belegort
Basel

=

her Wezzel der keller

Belegjahr
1288
Belegort
Basel
Quellenangabe
Socin, 1966, Seite 478.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Schweiz

Häufigkeit
11650
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2008
Quelle
verwandt.ch, letzter Zugriff 20.05.2016.

Frankreich

Häufigkeit
2924
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 23.05.2016.

Polen

Häufigkeit
2212
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2008
Quelle
moikrewni.pl/mapa/, letzter Zugriff 23.05.2016.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Dräger, Kathrin/Kunze, Konrad (2009): Familiennamen und Sprachgeschichte. Familiennamengeographie als Ansatzpunkt für sprachgeschichtliche Rekonstruktionen. In: Hengst, Karlheinz/Krüger, Dietlind (Hrsg.): Familiennamen im Deutschen. Erforschung und Nachschlagewerke. Deutsche Familiennamen im deutschen Sprachraum. Leipzig, S. 211-244. Hier S. 217 und 233.
  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 366.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 612-643.
  • Linnartz, Kaspar (1958): Unsere Familiennamen. Bd. 1: Zehntausend Berufsnamen im Abc erklärt. 3., stark vermehrte Auflage. Bonn [u.a.]. Hier S. 112.
  • Niemeyer, Manfred (Hrsg.) (2012): Deutsches Ortsnamenbuch. Berlin und Boston. Hier S. 310.
  • Socin, Adolf (1966): Mittelhochdeutsches Namenbuch. Hildesheim. Hier S. 478.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 1. Hildesheim. Hier S. 865.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Daniel Kroiß
Veröffentlichungsdatum
01.12.2019
Zitierhinweis

Kroiß, Daniel, Keller, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/52/1 >