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Ort

Allgemeines

Häufigkeit
702
Rang
4970
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym oder Metronym zu einer Rufnamenkurzform mit dem Namenglied althochdeutsch ort , altsächsisch ord ‘Spitze’ zu Vollformen wie Ortwin, Ortlieb oder Ortolf bzw. Ortrud oder Ortrun.
  2. Benennung nach Wohnstätte zu mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch ort ‘Ecke, Winkel, Zipfel, Spitze, Anfang, Ende; spitzes Werkzeug; vierter Teil eines Maßes, Gewichts oder einer Münze’ für jemanden, der am Rand einer Siedlung oder auf einem spitz zulaufenden Grundstück wohnt.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Herkunft zu den Siedlungsnamen Ort (mehrfach in Bayern und Österreich) und Orth (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Westpommern in Polen, Österreich).
  2. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch ort ‘Ecke, Winkel, Zipfel, Spitze, Anfang, Ende; spitzes Werkzeug; vierter Teil eines Maßes, Gewichts oder einer Münze’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für den Hersteller oder Benutzer eines spitzen Werkzeugs. „[D]ie schusterahle heiszt noch in ober- und mitteldeutschen gegenden der ort“(Deutsches Wörterbuch, letzter Zugriff: 29.06.2018).
  3. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch‘Ecke, Winkel, Zipfel, Spitze, Anfang, Ende; spitzes Werkzeug; vierter Teil eines Maßes, Gewichts oder einer Münze’ nach einer Abgabeverpflichtung in Form des viertel Teils, etwa eines Ertrags oder einer Münze.

Historischer Namenbeleg

Ordo (männlicher Rufname)

Belegjahr
1126
Belegort
Korvey
Quellenangabe
Schlaug, 1955, Seite 218.

Orda (weiblicher Rufname)

Belegjahr
1150/1156
Belegort
Gernrode
Quellenangabe
Schlaug, 1955, Seite 218.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2012): Deutscher Familiennamenatlas. Band 3: Morphologie der Familiennamen. Berlin und Boston. Hier S. 313-315.
  • Schlaug, Wilhelm (1955): Studien zu den altsächsischen Personennamen des 11. und 12. Jahrhunderts. Lund. Hier S. 218.
  • Seibicke, Wilfried (2000): Historisches Deutsches Vornamenbuch. Band 3: L-Sa. Berlin und New York. Hier S. 460.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Kathrin Dräger
Veröffentlichungsdatum
15.10.2019
Zitierhinweis

Dräger, Kathrin, Ort, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/4975/1 >