Zurück zur Liste

Hilfe FAQ

Kopp

Allgemeines

Häufigkeit
8660
Rang
237
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu Kopp, einer Kurzform des Rufnamens Jakob mit Wegfall der ersten Silbe. Zum Rufnamen siehe Jakob 1.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch kopf , koph , (mitteldeutsch) kop ‘Trinkgefäß, Becher, Kopf’, mittelniederdeutsch kop ‘Kopf, Schröpfkopf’ für jemanden mit einer auffälligen Kopfform. Diese Deutung kann nur auf die nieder- und mitteldeutschen Vorkommen zutreffen, da nur in diesen Dialekten die Verschiebung von p > pf im Auslaut unterblieben ist.
  2. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu einer zweistämmigen deutschen Rufnamenkurzform zu Vollformen mit dem Erstglied althochdeutsch got , altsächsisch god ‘Gott’ und einem mit b anlautenden Zweitglied wie althochdeutsch, altsächsisch bald ‘kühn, stark’ (Godebald) oder althochdeutsch beraht , altsächsisch berht ‘hell, glänzend’ (Godebrecht).
  3. Benennung nach Übername zu mittelniederdeutsch kop , koppe ‘Becher’ nach den Trinkgewohnheiten.
  4. Benennung nach Beruf zu mittelniederdeutsch kop , koppe ‘Becher’. Es handelt sich um einen indirekten Berufsnamen für den Bechermacher.
  5. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Kopp (Landkreis Vulkaneifel, Rheinland-Pfalz; Ortsteil von Rotthalmünster, Landkreis Passau, Bayern)
  6. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch koppe ‘Rabe’ für einen Menschen, der in Ausshen und Verhalten dem Vogel ähnelt, z.B. schwarz gekleidet ist.
  7. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch koppe ‘Hahn, Kappaun’ für einen wohlgenährten Menschen.

Historischer Namenbeleg

Koppo (Rufname)

Belegjahr
1015/1020
Belegort
Paderborn
Quellenangabe
Schlaug, 1955, Seite 182.

Hans Kopp

Belegjahr
1401
Belegort
Saulheim
Quellenangabe
Augst, 1970, Seite 276.

Koepe (Rufname)

Belegjahr
1417
Belegort
Coesfeld

=

Jacop (Rufname)

Belegjahr
1417
Belegort
Coesfeld
Quellenangabe
Hartig, 1967, Seite 243.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Frankreich

Häufigkeit
695
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Geburtenzahlen
Jahr der Quelle
1966-1990
Quelle
geopatronyme.com, letzter Zugriff 12.09.2018.

Tschechische Republik

Häufigkeit
645
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2016
Quelle
kdejsme.cz, letzter Zugriff 12.09.2018.

Schweiz

Häufigkeit
622
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2015
Quelle
files.newsnetz.ch/extern/infografik/namenkarte/, letzter Zugriff 10.09.2018.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Augst, Gerhard (1970): "Haupt" und "Kopf". Eine Wortgeschichte bis 1550. Gießen. Hier S. 276.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 371.
  • Hartig, Joachim (1967): Die münsterländischen Rufnamen im späten Mittelalter. Köln und Graz. Hier S. 243.
  • Kunze, Konrad (2005): Jakobus in (nieder)deutschen Familiennamen. In: Röckelein, Hedwig (Hrsg.): Der Kult des Apostels Jakobus d.Ä. in norddeutschen Hansestädten. Band 15. Tübingen, S. 181-213. Hier S. 190-191.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2016): Deutscher Familiennamenatlas. Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen. Berlin und Boston. Hier S. 765.
  • Schlaug, Wilhelm (1955): Studien zu den altsächsischen Personennamen des 11. und 12. Jahrhunderts. Lund. Hier S. 182.

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Rita Heuser
Veröffentlichungsdatum
01.12.2019
Zitierhinweis

Heuser, Rita, Kopp, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/237/1 >