Zurück zur Liste

Hilfe FAQ

Reimann

Allgemeines

Häufigkeit
9203
Rang
213
Sprachvorkommen
deutsch
Hauptverbreitung
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Wohnstätte zu mittelhochdeutsch rein ‘begrenzende Bodenerhöhung, Rain’, mittelniederdeutsch rein ‘Rain, Grenze’ für einen Bewohner eines Rains bzw. Grenzgebiets. Es liegt Assimilation nm > m und ein Derivat mit dem Suffix -mann vor.
  2. Benennung nach Herkunft zum Flussnamen Rhein. Es liegt Assimilation nm > m und ein Derivat mit dem Suffix -mann vor.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum deutschen Rufnamen Reinmann. Der Rufname basiert auf den Namengliedern althochdeutsch, altsächsisch *ragin , *regin ‘Rat, Beschluss’ und althochdeutsch, altsächsisch man ‘Mann’. Jedoch ist dieser Rufname nur sehr vereinzelt belegt.
  2. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zu einer Rufnamenkurzform mit dem Namenglied althochdeutsch, altsächsisch *ragin , *regin ‘Rat, Beschluss’ zu Vollformen wie Reinhard oder Reinmar. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann vor. Jedoch ist dieser Rufname nur sehr vereinzelt belegt.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum deutschen Rufnamen Reichmann. Der Rufname basiert auf den Namengliedern althochdeutsch rīhhi , altsächsisch rīki ‘Herrschaft, Herrscher, Macht; reich, mächtig’ und althochdeutsch, altsächsisch man ‘Mann’. Diese Deutung (siehe Gottschald 2006, Seite 404) ist unsicher, weil sich für eine Verbindung von Reichmann und Reimann keine Belege finden lassen.
  2. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Riga, heute Hauptstadt von Lettland. Es liegt ein Derivat mit dem Suffix -mann vor. Diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 379) ist aus lautlichen Gründen unsicher.
  3. Benennung nach Wohnstätte zu mittelniederdeutsch rige ‘Reihe; Häuserreihe, Straßenseite’. Sofern diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 379) zutrifft, liegt Wegfall von g , Diphthongierung ī > ei und ein Derivat mit dem Suffix -mann vor.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Historische Verbreitung

Reimann war 1942 auch östlich von Oder und Neiße verbreitet, besonders in Niederschlesien und Ostpreußen (Genevolu, letzter Zugriff: 02.11.2017).

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Gottschald, Max (2006): Deutsche Namenkunde. Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel. 6. Auflage. Berlin und New York. Hier S. 398 und 404-405 und 408.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2013): Deutscher Familiennamenatlas. Band 4: Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte. Berlin und Boston. Hier S. 169.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2017): Deutscher Familiennamenatlas. Band 6: Familiennamen aus Rufnamen. Berlin und Boston. Hier S. 464-465.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 379.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Kathrin Dräger
Veröffentlichungsdatum
15.10.2019
Zitierhinweis

Dräger, Kathrin, Reimann, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/213/1 >