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Schmidt

Allgemeines

Häufigkeit
190584
Rang
2
Sprachvorkommen
deutsch
Herkunftsland
Deutschland

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Beruf zu mittelhochdeutsch smit, mittelniederdeutsch smit, smet ‘Schmied’. Gemeingermanisch handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für Handwerker, die mit scharfem Werkzeug harte Materialien bearbeiten, wie Metall, aber auch Holz. Später erfolgt die Bedeutungsspezifizierung zum ‘Eisenschmied’ (Letzte Reflexe der früheren, allgemeineren Bedeutung zeigen sich im Familiennamen Holtschmidt 1). Die Häufigkeit dieses Familiennamens und die Vielzahl an verschiedenen Schreibvarianten sind auf die weite Verbreitung und Bedeutung des Schmiedehandwerks zu mittelalterlicher Zeit zurückzuführen. Auch in vielen anderen europäischen Ländern zählen daher Namen, die auf die jeweilige Bezeichnung für den Schmied zurückgehen, zu den häufigsten Familiennamen, siehe z.B. Ferrari 1, Lefevre.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach Rufname. Es handelt sich um ein Patronym zum deutschen Rufnamen Smido. Der Rufname basiert auf dem Namenglied althochdeutsch smid ‘Schmied’. Es liegt ein einstämmiger Rufname oder eine Kurzform von zweistämmigen Rufnamen wie Smidhart oder Smidrat vor. Die Deutung kommt höchstens in Einzelfällen in Betracht, da entsprechende Rufnamen sehr selten sind.

Deutung unsicher

  1. Benennung nach Herkunft zum Siedlungsnamen Schmidt (Stadtteil von Niedeggen, Nordrhein-Westfalen). Diese Deutung (siehe Zoder 1968, Band 2, Seite 439) ist unsicher, da die Gemeinde wohl bis ins 15. Jahrhundert Dierscheid hieß (siehe Jungandreas 1962, Seite 296).

Historischer Namenbeleg

Smido (Rufname)

Belegjahr
874
Belegort
Sankt Gallen (Schweiz)
Quellenangabe
Förstemann, 1900, Seite 1349.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Österreich

Häufigkeit
5468
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Polen

Häufigkeit
5134
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2008
Quelle
moikrewni.pl, letzter Zugriff 11.06.2012.

Niederlande

Häufigkeit
3472
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2007
Quelle
cbgfamilienamen.nl/nfb/, letzter Zugriff 11.06.2012.

Schweiz

Häufigkeit
2251
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2008
Quelle
verwandt.ch, letzter Zugriff 11.06.2012.

Belgien

Häufigkeit
1019
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Einwohnerzahlen
Jahr der Quelle
2008
Quelle
www.familienaam.be, letzter Zugriff 11.06.2012.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Ebner, Jakob (2015): Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin. Hier S. 657.
  • Förstemann, Ernst (1966): Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. 2. Auflage. München. Hier Sp. 1349-1350.
  • Jungandreas, Wolfgang (1962): Historisches Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellandes. Trier. Hier S. 296.
  • Kunze, Konrad (2003): dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. 4. Auflage. München. Hier S. 116-117 und 212.
  • Kunze, Konrad/Nübling, Damaris (Hrsg.) (2011): Deutscher Familiennamenatlas. Band 2: Graphematik/Phonologie der Familiennamen II: Konsonantismus. Berlin und New York. Hier S. 328-343.
  • Socin, Adolf (1966): Mittelhochdeutsches Namenbuch. Hildesheim. Hier S. 196.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 533.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Nikola Kunz
Veröffentlichungsdatum
15.05.2018
Zitierhinweis

Kunz, Nikola, Schmidt, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/2/1 >