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Türk

Allgemeines

Häufigkeit
2044
Rang
1467
Sprachvorkommen
deutsch
türkisch
Herkunftsland
Deutschland
Türkei

Etymologie

Hauptbedeutung

  1. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch Turc, Türke, Turke ‘Türke’ z.B. für einen Reisenden, einen Soldaten oder Gefangenen während der Türkenkriege, einen Angehörigen des osmanischen Heeres. Hierbei ist weniger die Ethnie gemeint als vielmehr eine Beziehung zur Türkei. Es kann sich auch um einen abwertenden Namen handeln, da mit Türke auch oft ‘Nicht-Christ, Heide’ gemeint ist.
  2. Benennung nach patriotischem Motiv zu türkisch Türk ‘Türke/Türkin’.

In Einzelfällen

  1. Benennung nach der Herkunft zu Siedlungsnamen wie Türk (Ortsteil von Bad Reichenhall), Thürk (Ortsteil von Bosau im Kreis Ostholstein) oder Türkheim (mehrfach z. B. bei Mindelheim im Landkreis Unterallgäu, bei Stuttgart als Ober-/Untertürkheim), bzw. Dürkheim (mehrfach in Rheinhessen und der Pfalz). In Frage kommen auch die Siedlungsnamen Thürchau, heute Toroszów/Polen, 1312 als Tyrkow belegt (siehe Neumann 1981, Seite 186; Zoder 1968, Band 2, Seite 757) oder Thürkau (Mecklenburg-Vorpommern). Die Kürzung Türk < Türkheim weist Brechenmacher nach: „1624 Joh. Türk aus Straßburg, dessen Vater Nikol. sich noch von Türckheim schreibt“(Brechenmacher 1957-1960, Band 1, Seite 364).
  2. Benennung nach Übername zu mittelhochdeutsch turc ‘schwankende Bewegung, Taumel, Sturz’ für jemand mit unsicherem, schwankendem Gang.
  3. Benennung nach Wohnstätte zum Häusernamen Zum Türken.
  4. Benennung nach Rufname. Zugrunde liegt der türkische Rufname Türk. Ein Namenratgeber aus der Zeit der Familiennameneinführung in der Türkei (siehe Atalay 1935, Seite 124-125) gibt Türk als Name eines Enkels des Propheten Noah an.
  5. Benennung nach Rufnamenmuster zu Türk in der Bedeutung ‘aufrichtig, tapfer, anständig, rein’. Diese Bedeutung gibt ein Namenratgeber (siehe Uraz 1935, Seite 154) an, wobei die eigentliche Etymologie unbekannt ist. In Einzelfällen kann diese Bedeutung jedoch als Motiv für den Familiennamen aus dem Ratgeber übernommen worden sein.
  6. Benennung nach Rufname, siehe Dirk 1. Es liegt eine lautliche Variante mit T statt D im Anlaut und Rundung i > ü vor.

Historischer Namenbeleg

Johannes Türk

Belegjahr
1236
Belegort
Hildesheim
Quellenangabe
Zoder, 1968, Seite 757.

Verbreitung

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Verbreitung außerhalb Deutschlands

Österreich

Häufigkeit
451
Angaben zur Quelle
Art der Quelle
Telefonanschlüsse
Jahr der Quelle
2005
Quelle
Geogen AT CD-ROM.

Verwandte Artikel (Auswahl)

Literaturhinweise

Literatur

  • Atalay, Besim (1935): Türk Büyükleri veya Türk Adları. Istanbul. Hier S. 124.
  • Brechenmacher, Josef Karlmann (1957): Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. Band 1. Limburg an der Lahn. Hier S. 363.
  • Hellfritzsch, Volkmar (1992): Familiennamenbuch des sächsischen Vogtlandes. Auf der Grundlage des Materials der Kreise Plauen und Oelsnitz. Berlin. Hier S. 207.
  • Neumann, Isolde (1981): Die Familiennamen der Stadtbewohner in den Kreisen Oschatz, Riesa und Grossenhain bis 1600. Berlin. Hier S. 186.
  • Uraz, Murad (1935): Türk adları. Istanbul. Hier S. 154.
  • Zoder, Rudolf (1968): Familiennamen in Ostfalen. Band 2. Hildesheim. Hier S. 757.

Weblinks

Metadaten

Daten zur Artikelerstellung

AutorIn
Mehmet Aydin
Rita Heuser
Veröffentlichungsdatum
15.10.2017
Zitierhinweis

Aydin, Mehmet und Heuser, Rita, Türk, in: Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands,
URL: < http://www.namenforschung.net/id/name/1467/1 >